Spam Email

Spam-Mail: Mit der lästigen elektronischen Post umgehen und sie vermeiden


No Spam - Kein SpamDas Internet stellt Verbrauchern eine unvorstellbare Anzahl an Informationen bereit. Viele von diesen Auskünften werden an User versendet, ohne dass sie diese angefordert haben. Gemeint sind Spam-Mails. Sie füllen das E-Mail-Postfach, müssen täglich gelöscht werden und sind schlichtweg störend. Der nachfolgende Artikel gibt Hinweise zum Umgang mit Spam und wie Verbraucher ihn vermeiden können.

Die (rückläufige) Entwicklung von Spam-Mails

2010 wurden weltweit jeden Tag rund 62 Milliarden Spam-Mails versendet. Seit jenem Jahr nimmt der Versand von Spam jährlich ab.

Laut der Sicherheitsfirma Symantec sank die Spam-Rate im Juni 2015 erstmals seit 2003 unter 50 Prozent. Im gesamten Jahresverlauf bleibt die Spam-Rate insgesamt bei über 50 Prozent.

Folgende Industrien sind von Spam besonders betroffen:

  1. Bergbau
  2. Bau
  3. Herstellung
  4. Agrikultur, Forstwirtschaft & Fischfang
  5. Dienstleistungen

Kleine Unternehmen sind von Spam häufiger betroffen als große Firmen.

Die Inhalte von Spam-Mails stammen laut Symantec aus folgenden Kategorien:

  • Pharmazeutika
  • unaufgeforderte Newsletter
  • Casino und Wettspiele
  • Uhren
  • Jobs
  • Sexangebote und Dating
  • Software
  • Berufliche Abschlüsse
  • Phishing
  • Vermisste Personen

Die Kategorie Pharmazeutika ist in rund zwei von drei E-Mails vertreten.

Die Spam-Verfasser aus dem Sweatshop

Wer steckt hinter den Mails, die versprechen, dass das männliche Glied in kürzester Zeit um mehrere Zentimeter wächst? Ein Artikel auf taz.de gibt einen Einblick in die Welt der Billigarbeiter aus Asien, die in Sweatshops sitzen und Captchas lösen. Die kleinen Rätsel sind Spammern ein Dorn im Auge, da sie häufig gelöst werden müssen, um ein E-Mail-Formular im Internet versenden zu können.

Für nur 25 Euro pro Tag erkennen die Menschen verzerrte sowie verschwommene Buchstaben und tragen sie in das Formular ein. Programmierer haben Programme entwickelt, um die Captchas zu lösen. Diese werden von Betreibern von Webseiten zügig mit neuen Captchas ausgetauscht, die noch schwerer zu lösen sind.

Spam-Mails sind einem Forscher der University of California und des International Computer Science Institute zufolge lukrativ. 350 Millionen versandten Mails führen 10.522 Menschen zu einer Webseite. Von den tausenden Besuchern entschieden sich 28 zum Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung[1]. Jeder Käufer gab im Schnitt 100 Dollar aus. Durch die geringen Kosten für den Versand von Spam-Mails lohnt sich das Konzept.

Spam-Schutz wird effektiver

Nicht nur Captchas stellen Spammer vor einem Problem. Der Grund für die seit Jahren kleiner werdende Spam-Rate ist in erster Linie die Implementierung von Schutzmechanismen. Hosting-Provider wie SEO NW investieren vermehrt in Spam-Schutz, welcher wiederum schneller reagiert als früher.

Der zweite Grund für die abnehmende Spam-Welle ist die Tatsache, dass es für Versender schwieriger wird, Bot-Netze zum Spammen auszunutzen. Die meisten Bot-Netze werden heutzutage für DDos-Attacken verwendet.

Praxiserfahrungen und Informationen im Internet tragen dazu bei, dass der moderne Internetnutzer Spam-Techniken erkennt und seltener verleitet ist, Links anzuklicken. Das Geschäftsmodell mit Spam ist folglich weniger erfolgversprechend als vor mehreren Jahren.

Nicht nur das Nutzerverhalten beim Umgang mit Spam hat sich geändert, auch die generelle Verhaltensweise des Online-Users. E-Mails sind nicht länger das zentrale Kommunikationsmittel des Otto-Normalverbrauchers. Er versendet Nachrichten über WhatsApp, kommuniziert auf Facebook mit Freunden und nutzt andere soziale Netzwerke, um seine Interessen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Zielgruppe der Spammer hat in ihrem Umfang abgenommen.

Spam erkennen und löschen

„Eine sensationelle Welterfolg!“ oder „Ich bin ein Prinz aus Südostasien und möchte Ihnen helfen, Millionen zu verdienen“ – wenn Sie ein solcher Betreff begrüßt, können Sie die E-Mail getrost löschen. Spam-Mails haben einiges gemeinsam und lassen sich leicht erkennen:

  • schlechte deutsche Rechtschreibung
  • unglaublich (unseriös) erscheinende Werbeslogans
  • E-Mails in einer fremden Sprache
  • dubios erscheinende Anhänge
  • Links und Aufforderung, diese anzuklicken

Es gibt durchaus Verfasser von Spam-E-Mails, die sich Mühe machen, dass ihre Nachrichten seriös wirken. Diese bilden die Minderheit, die meisten Mails sind anhand der obigen Merkmale erkennbar. Wer sich nicht sicher ist, kann den Inhalt (oder einen Teil) der E-Mail kopieren und in einer Suchmaschine eingeben. Die Chance ist groß, dass jemand dieselbe Mail erhalten und diese als Spam enttarnt hat.

Aliasse zum Schutz vor Spam kreieren

Eine einfache und effektive Methode, um sich vor Spam zu schützen, ist das Erstellen von sogenannten Aliassen. Es handelt sich praktisch um alternative E-Mail-Adressen, die Nachrichten an die Hauptadresse weiterleiten.

Angenommen die zentrale E-Mail-Adresse lautet alex@spam-email.org. User können nun beliebige Aliasse erstellen:

  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Um seine Privatsphäre zu schützen und Spam zu vermeiden, sollten die Aliasse nicht darauf zurückschließen lassen, wie die Hauptadresse lautet. Simple Veränderungen wie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! können Spammer enttarnen.

Für maximale Privatsphäre empfehlen wir Username-Generatoren, die es im Internet gibt. Sie erstellen einen zufälligen Usernamen, den Verbraucher als Alias nutzen können.

Leider bietet nicht jeder E-Mail-Dienst das Feature Aliasse an. Wer ein Konto bei Gmail besitzt, der kann eine Alternative nutzen. Google informiert in diesem Artikel, wie Gmail-User ihre E-Mail-Adresse mit Wörtern erweitern und auf diese Weise einen Pseudo-Alias erstellen. Praktisch ist die Funktion, weil E-Mails, die an eine solche Adresse gesendet werden, mit einem Filter versehen werden können:

Angenommen Max Mustermann möchte eine E-Mail-Adresse erstellen, mit der er sich für Newsletter anmeldet. Die Adresse lautet spam-email_org_beispiel@gmail.com. Auf diese Adresse setzt er einen Filter und erteilt jeder eingehenden E-Mail automatisch das Label Newsletter.

Unterschied zwischen Spam- und Phishing-E-Mail

Phishing-Mails sind eine Unterkategorie von Spam-Mails. Sie sind in der Regel gefährlicher, weil ihre Versender viel Zeit in ihre Aufbereitung investieren. Der Grund: Phishing-Mails sind getarnte Nachrichten von verschiedenen Unternehmen, zum Beispiel dem Internetanbieter oder einem Onlineshop. Ihr Ziel ist es, diese offiziellen E-Mails zu imitieren und den User dazu zu verleiten, seine persönlichen Daten (meist Passwörter oder Kreditkartendaten) herauszugeben.

Im Januar 2016 berichtete ZDNet von einer Phishing-Kampagne, versucht, an die Kontoinformationen von Kunden des Bezahldienstes Paypal zu kommen. Interessanterweise enthalten diese E-Mails teilweise korrekte Daten über den Kunden (Anrede, Lieferadresse). In der E-Mail wird über einen Einkauf in einem Outdoor-Onlineshop informiert, bei dem es ein Problem bei der Zahlung gab. Es wird angeboten, eine Stornierung durchzuführen. Dieser Link leitet auf eine Phishing-Seite weiter. User, die ihre PayPal-Daten dort eintragen, geben sie in die Hände der Betrüger.

Fazit

Aufgrund der Entwicklung des Internets ist das Spam-Aufkommen in den letzten Jahren geringer geworden. Spam ist und bleibt nach wie vor ein Problem für viele User. Den Kampf gegen die unerwünschten Nachrichten gewinnen sie mit der Erstellung von Aliassen.


  1. Spamalytics: An Empirical Analysis of Spam Marketing Conversion, Seite 7